Wiederkauf

Stammkunden binden: warum ein Punktestand länger wirkt als der nächste Gutschein

Der teuerste Kauf in jedem Shop ist der erste. Alles danach entscheidet, ob sich die Werbung für diesen Kunden gerechnet hat. Ein Treueprogramm greift genau dort an: Es macht den Wiederkauf zum Normalfall, statt ihn jedes Mal neu zu erkaufen.

Warum ein Gutschein hier nicht reicht

Der zweite Kauf entscheidet über die Rechnung

Die Kosten für den ersten Kauf fallen einmalig an: Anzeige, Klick, Rabatt für Neukunden. Ob sie sich lohnen, entscheidet sich erst beim zweiten und dritten Kauf. Ein Kunde, der einmal kauft und verschwindet, ist fast immer ein Verlust; einer, der viermal kauft, trägt die Werbung für drei weitere mit.

Deshalb ist ein Treueprogramm kein Rabattinstrument, sondern eine Investition in die zweite Bestellung. Es kostet nur dann etwas, wenn der Kunde tatsächlich wiederkommt - anders als eine Anzeige, die auch dann Geld kostet, wenn niemand kauft.

Ein Gutschein ist ein Ereignis, ein Punktestand ist ein Zustand

Ein Gutscheincode wirkt genau einmal. Er kommt per Mail, er wird eingelöst oder er läuft ab - danach ist die Beziehung wieder auf null. Ein Punktestand dagegen steht dauerhaft im Kundenkonto und wächst mit jeder Bestellung. Er ist zwischen zwei Käufen sichtbar und nicht an eine Mail gebunden, die im Spam landen kann.

Gutschein
einmalig, endet mit der Einlösung, wirkt nur solange die Mail gelesen wird
Punktestand
dauerhaft, wächst mit jedem Kauf, ist bei jedem Besuch sichtbar
Folge
Der nächste Einkauf hat einen Grund, der nicht ablaufen kann

Das ist der eigentliche Unterschied: Beim Gutschein muss der Shop den Anlass schaffen. Beim Punktestand bringt ihn der Kunde selbst mit.

Was ein wachsender Punktestand im Kopf auslöst

Ein Guthaben, das schon halb bis zur nächsten Prämie reicht, fühlt sich an wie etwas, das man schon hat - und was man hat, gibt man ungern auf. Genau deshalb zeigt die Bonuspunkte-Seite im Kundenkonto nicht nur den Stand, sondern auch, wie weit es noch bis zur nächsten Prämie und zur nächsten Stufe ist.

Sichtbar wird das an vier Stellen im Shop:

  • Produktseite - „Mit diesem Produkt sammelst du X Bonuspunkte."
  • Warenkorb - der Punktezuwachs dieser Bestellung, je Position und in Summe
  • Kundenkonto - Stand, vorgemerkte Punkte, Stufenreise, Ziele, letzte Bewegungen
  • Kontomenü - eine dauerhafte Box mit dem Punktestand, wenn du sie einschaltest

Jeder dieser vier Orte lässt sich einzeln abschalten. Wer erst leise starten will, zeigt nur das Kundenkonto und schaltet die Kataloghinweise später dazu.

Ein Kundenjahr, durchgerechnet

Sechs Bestellungen à 80 Euro, mit den Standardwerten

Das folgende Beispiel benutzt ausschließlich die Werte, mit denen das Plugin ausgeliefert wird: ein Punkt je Euro Umsatz, 100 Punkte ergeben einen Euro Rabatt, Freigabe nach 14 Tagen. Nichts davon ist gerechnet, um gut auszusehen - es sind die Standardwerte.

480 €
Umsatz im Jahr
480
gesammelte Punkte
4,80 €
Gegenwert für den Kunden
1 %
Programmkosten vom Umsatz
BestellungBetragPunkteStand danach
1. Bestellung80,00 €+8080
2. Bestellung80,00 €+80160
3. Bestellung80,00 €+80240
4. Bestellung80,00 €+80320
5. Bestellung80,00 €+80400
6. Bestellung80,00 €+80480

Ein Prozent ist bewusst niedrig angesetzt. Es ist genug, um im Kundenkonto sichtbar zu wachsen, und wenig genug, um es nicht in die Preise einrechnen zu müssen. Wer stärker belohnen will, dreht an der Sammelrate - aber erst, wenn das Programm läuft.

Was das Programm wirklich kostet

Ein Punkt kostet erst dann Geld, wenn er eingelöst wird. Die tatsächlichen Kosten liegen deshalb immer unter dem theoretischen Wert aller ausgegebenen Punkte - in der Praxis löst nie jeder Kunde alles ein.

Ausgegeben
Punkte, die gutgeschrieben wurden
Im Umlauf
gültige Punkte, die noch niemand eingelöst hat - die offene Verbindlichkeit
Eingelöst
Punkte, die zu Rabatt oder Prämie geworden sind - der tatsächliche Aufwand
Verfallen
Punkte, die abgelaufen sind - Kosten, die nie entstanden sind

Genau diese vier Zahlen stehen im Dashboard des Plugins, dazu die Einlösequote und der Eurowert der offenen Verbindlichkeit. Das ist auch die Zahl, die deine Buchhaltung für eine Rückstellung braucht.

Woran es im Alltag hängt

Ohne Kundenkonto keine Punkte

Punkte hängen an einem Kunden, nicht an einer Bestellung - sonst gäbe es niemanden, dem sie gehören. Eine Gastbestellung sammelt deshalb nicht. Das klingt nach einer Einschränkung, ist aber das stärkste Argument für ein Konto, das dein Shop hat: Wer sammeln will, legt eins an.

Registrierung und Newsletter-Anmeldung werden im Auslieferungszustand mit 50 beziehungsweise 30 Punkten belohnt. Beide laufen über einen mitgelieferten Flow und lassen sich im Wert ändern oder abschalten.

Die Freigabefrist ist der Retouren-Schutz

Punkte entstehen mit der Bestellung als vorgemerkt. Einlösbar werden sie erst, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind: die Bestellung hat den eingestellten Status erreicht (Standard „Abgeschlossen") und das Mindestalter ist erreicht (Standard 14 Tage).

Damit kann niemand mit den Punkten einer Bestellung zahlen, die er anschließend zurückschickt. Wird eine Bestellung storniert, solange die Punkte vorgemerkt sind, entfallen sie ersatzlos; sind sie schon gültig, läuft die Rücknahme über eine Gegenbuchung, die im Verlauf sichtbar bleibt.

Ein unsichtbares Programm bindet niemanden

Der häufigste Fehler ist nicht die falsche Sammelrate, sondern ein Programm, das im Shop nicht vorkommt. Wenn der Punktestand nur im Kundenkonto steht und sonst nirgends, erfährt ein Kunde erst davon, wenn er ohnehin schon zurückgekommen ist.

Deshalb ist der Hinweis auf der Produktseite im Auslieferungszustand eingeschaltet. Er ist die einzige Stelle, an der ein Punktestand vor dem Kauf eine Rolle spielt.

Was du dafür einstellst

Alles im Handbuch nachlesen →

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu diesem Thema

Ab wann lohnt sich ein Treueprogramm?

Sobald es in deinem Shop überhaupt Wiederkäufer geben kann. Bei Waren, die man einmal im Leben kauft, wirkt ein Punktestand nicht. Bei allem, was sich wiederholt - Verbrauchsgüter, Ersatzteile, Mode, Zubehör - wirkt er ab der zweiten Bestellung.

Wie hoch sollte die Sammelrate sein?

Ein Punkt je Euro bei 100 Punkten für einen Euro Rabatt entspricht einem Prozent und ist der Standard des Plugins. Das ist niedrig genug, um es nicht einpreisen zu müssen, und hoch genug, um sichtbar zu wachsen. Höher zu starten ist einfach; wieder zu senken ist unangenehm.

Bekommen Gäste ohne Kundenkonto Punkte?

Nein. Punkte gehören zu einem Kundenkonto. Eine Gastbestellung sammelt nicht - was zugleich ein guter Grund für deine Kunden ist, ein Konto anzulegen.

Was passiert bei einer Retoure?

Solange die Punkte vorgemerkt sind, entfallen sie mit der Stornierung. Sind sie bereits gültig, entsteht eine Gegenbuchung, die im Punkte-Hauptbuch nachvollziehbar bleibt. Der Punktestand wird nie überschrieben, sondern immer aus allen Buchungen neu berechnet.

Kann ich das Programm später wieder abschalten?

Ja. Ein Hauptschalter deaktiviert das Sammeln und Einlösen, ohne Daten zu löschen. Die Punktestände bleiben erhalten und wirken wieder, sobald du den Schalter zurückstellst.

Treueprogramm im eigenen Shop ausprobieren

Das Plugin ist im Shopware Store kostenlos installierbar. Punkte sammeln, Dashboard und Kundenkonto laufen sofort, ohne Kauf.