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Treueprogramm Beispiele: Kosmetik, Mode und Kaffee brauchen andere Zahlen

Lea verkauft Naturkosmetik, Tim Mode, Mira röstet Kaffee und verschickt ihn. Alle drei haben dasselbe Plugin installiert und wollen dasselbe: dass der zweite Kauf kein Zufall bleibt. Nach der Einrichtung sehen ihre Programme trotzdem verschieden aus, weil ihre Kunden in einem anderen Takt bestellen, anderes zurückschicken und sich über andere Prämien freuen. Die Zahlen stammen aus ihren drei Shops und sind Beispiele.

Kosmetik: Prämien aus dem eigenen Sortiment

Lea belohnt mit Reisegrößen und einem Pflegeset

Leas Kundinnen kaufen ihre Gesichtscreme etwa alle acht Wochen nach, im Schnitt für 48 Euro. Ein Rabatt würde ihre Preise drücken; Reisegrößen und Pflegesets hat sie dagegen ohnehin im Lager, und sie sind für die Kundin mehr wert, als sie Lea kosten. Ihr Programm tauscht Punkte deshalb gegen Produkte aus dem eigenen Sortiment.

  1. 1Unter Prämien stehen beide Prämien mit ihren Punkten.

  2. 2In der Karte Prämie wählt Lea das Produkt und trägt die Punktekosten ein.

  3. 3Unter Bedingungen setzt sie für das Pflegeset einen Mindest-Warenkorbwert von 50 Euro.

PrämiePunktekostenEinkaufVerkaufspreis
Reisegrößen-Set1503,20 €12,00 €
Pflegeset3509,80 €32,00 €

Die Punktekosten einer Prämie legst du frei fest; sie hängen nicht an der Umrechnung für den Rabatt. Lea rechnet sie vom Einkaufspreis aus. Den Mindest-Warenkorbwert setzt sie knapp über ihren Durchschnitt, damit das Pflegeset mit einer vollen Bestellung kommt und nicht mit einer einzelnen Seife.

Doppelte Punkte auf Nachfüllbeutel, das ganze Jahr

Lea will, dass ihre Kundinnen den Tiegel behalten und nur den Inhalt nachkaufen. Ein Booster ohne Enddatum verdoppelt deshalb die Punkte auf alle Nachfüllbeutel. Welche Produkte dazugehören, bestimmt eine dynamische Produktgruppe in Shopware; passt ein neuer Nachfüllbeutel zu ihren Filtern, gilt der Booster auch für ihn.

  1. 1Im Booster wählt Lea unter Produkt-Geltungsbereich die Produktgruppe „Nachfüllbeutel“; Aktiv bis bleibt leer.

  2. 2Effekt-Typ ist Multiplikator mit dem Wert 2.

  3. 3Auf der Produktseite stehen Hinweisband und doppelte Punktzahl schon vor dem Kauf.

Die Punktzahl auf der Produktseite rechnet den Booster schon ein: Ein Nachfüllbeutel für 16 Euro zeigt 32 Bonuspunkte. Der Booster wirkt nur auf die passenden Positionen; die Creme daneben bringt weiter einen Punkt je Euro.

Ein Jahr bei Lea: 384 Punkte und ein Pflegeset

Eine Stammkundin bestellt sechsmal im Jahr, jedes Mal eine Creme für 32 Euro und einen Nachfüllbeutel für 16 Euro. Alle übrigen Werte sind die Standardwerte des Plugins.

288 €
Umsatz im Jahr
384
gesammelte Punkte
9,80 €
Einkauf für das Pflegeset
3,4 %
Kosten vom Umsatz
BestellungCremeNachfüllbeutelPunkteStand danach
1. Bestellung32,00 € → 3216,00 € × 2 → 32+6464
2. Bestellung32,00 € → 3216,00 € × 2 → 32+64128
3. Bestellung32,00 € → 3216,00 € × 2 → 32+64192
4. Bestellung32,00 € → 3216,00 € × 2 → 32+64256
5. Bestellung32,00 € → 3216,00 € × 2 → 32+64320
6. Bestellung32,00 € → 3216,00 € × 2 → 32+64384

Mit 384 Punkten löst die Kundin das Pflegeset ein. Sie bekommt ein Set im Wert von 32 Euro, Lea kostet es 9,80 Euro Einkauf, 3,4 Prozent vom Jahresumsatz. Als Rabatt wären dieselben Punkte 3,84 Euro wert gewesen.

Mode: Punkte, die Rücksendungen abwarten

Tim gibt Punkte erst nach der Rückgabefrist frei

In Tims Modeshop bestellen viele Kunden eine Hose in zwei Größen und schicken eine zurück. Damit niemand Punkte für Ware einlöst, die noch auf dem Rückweg ist, stellt Tim das Mindestalter für die Freigabe von 14 auf 30 Tage. Einlösbar werden Punkte erst, wenn die Bestellung abgeschlossen und 30 Tage alt ist.

  1. 1In der Karte Punkte-Freigabe steht Mindestalter in Tagen auf 30.

  2. 2Geht ein Teil zurück, bucht Tim die Punkte dafür mit Manuelle Buchung ab, mit einem Grund für den Kunden.

Bestellung aufgegeben
Punkte vorgemerkt, noch nicht einlösbar
Abgeschlossen und 30 Tage alt
Punkte gebucht und einlösbar
Ganze Bestellung storniert
vorgemerkte Punkte entfallen von selbst
Ein Teil zurück
Korrektur als manuelle Buchung mit Grund

Was gilt: Eine Teilretoure ändert den Bestellstatus nicht, deshalb rechnet das Plugin sie nicht selbst heraus. Die manuelle Buchung steht mit ihrem Grund im Punkteverlauf des Kunden. Bis die vorgemerkten Punkte frei werden, darf das Guthaben dabei kurz unter null stehen.

1,5-fache Punkte auf die neue Kollektion statt Rabatt auf die alte

Im September kommt Tims Herbstkollektion. Statt die Sommerware herunterzusetzen, gibt er einen Monat lang die 1,5-fachen Punkte auf die neuen Teile. Der Preis der Kollektion bleibt, wie er ist, und der Vorteil wirkt erst beim nächsten Einkauf.

  1. 1Unter Bedingungen begrenzt Tim den Booster mit Aktiv ab und Aktiv bis auf den September.

  2. 2Der Produkt-Geltungsbereich ist die Produktgruppe „Herbstkollektion“.

  3. 3Multiplikator 1,5; den Hinweis-Text sieht der Kunde an jedem Teil der Kollektion.

Reduzierte Ware bringt dabei von selbst weniger Punkte: Die Berechnungsgrundlage steht im Standard auf dem tatsächlich bezahlten Betrag. Wer auch im Sale auf den alten Preis sammeln lassen will, stellt sie auf den Originalpreis um.

Eine Prämie in der Größe, die passt

Als Prämie gibt Tim Socken im Dreierpack, in drei Größen. Er hinterlegt das Produkt mit seinen Varianten und nicht eine einzelne Größe; dann wählt der Kunde beim Einlösen im Warenkorb selbst, welche passt.

  1. 1In der Karte Prämie wählt Tim das Produkt mit Varianten und 250 Punktekosten.

  2. 2Im Warenkorb trägt die Karte den Hinweis Variante wählen, bevor der Kunde einlöst.

Wählt Tim dagegen eine bestimmte Variante, etwa nur Größe 39 bis 42, ist sie fest vorgegeben. Für Mode passt das selten, für eine Einheitsgröße wie einen Stoffbeutel schon.

Ein Jahr bei Tim: drei Bestellungen, eine Rücksendung, ein Paar Socken

Gerundet wird je Position auf ganze Punkte nach unten. Alle übrigen Werte sind die Standardwerte des Plugins.

309,60 €
behaltener Umsatz
346
gesammelte Punkte
4,50 €
Einkauf für die Socken
1,5 %
Kosten vom Umsatz
WannWasPunkteStand danach
MärzHemd für 59,90 € und eine Hose in zwei Größen für je 79,90 €+217217 vorgemerkt
Märzeine Hose zurück, manuelle Buchung−79138
SeptemberChino-Hose für 79,90 € aus der Herbstkollektion, × 1,5+119257
NovemberPullover für 89,90 €, Socken als Prämie eingelöst+89 / −25096

Mit 14 Tagen Frist wären die Punkte für eine Hose, die erst in der dritten Woche zurückkommt, schon einlösbar gewesen. Mit 30 Tagen wartet das Programm die Rückgabe ab.

Kaffee: die Stempelkarte als Prämie

Mira baut die Treuekarte für Kaffee aus einer Prämie

Aus dem Café kennen ihre Kunden die Stempelkarte: zehn Kaffee, der elfte gratis. Online baut Mira dieselbe Bonuskarte aus einer Prämie. Eine 250-g-Packung kostet 12,90 Euro und bringt mit dem Standard von einem Punkt je Euro 12 Punkte. Die Prämie „Packung nach Wahl“ kostet 120 Punkte, also genau zehn Packungen.

  1. 1Auf der Produktseite steht, dass eine Packung 12 Bonuspunkte bringt.

  2. 2Die Prämie verweist auf das Produkt „Kaffee 250 g“ mit Sorte und Mahlgrad als Varianten und kostet 120 Punkte.

  3. 3Reicht der Stand, wählt der Kunde im Warenkorb Sorte und Mahlgrad und löst ein. Bei der nächsten Prämie steht, wie viele Punkte noch fehlen.

Als Rabatt wären 120 Punkte 1,20 Euro wert, als Prämie eine ganze Packung. Den Weg bis zur nächsten Gratispackung sieht der Kunde auf der Bonuspunkte-Seite im Kundenkonto: „Noch 36 Bonuspunkte bis zur nächsten Prämie.“

50 Punkte extra für jedes Probierset

Wer immer dieselbe Hausmischung kauft, bleibt zwar, probiert aber nichts Neues. Mira legt deshalb einen dauerhaften Booster mit Festbonus auf ihre Probiersets: 50 Punkte obendrauf, gleich welcher Preis.

  1. 1Der Produkt-Geltungsbereich ist die Produktgruppe „Probiersets“.

  2. 2Effekt-Typ ist Festbonus (einmalig), Festbonus in Punkten 50.

Mit einem Produkt-Geltungsbereich fällt der Festbonus je passender Position an, nicht einmal je Bestellung. Zwei verschiedene Probiersets in einer Bestellung bringen ihn also zweimal, zwei Stück desselben Sets einmal.

Ein Jahr bei Mira: 17 Bestellungen, zwei Packungen gratis

Ein Stammkunde bestellt alle drei Wochen eine Packung für 12,90 Euro, einmal im Jahr zusätzlich ein Probierset für 14,90 Euro.

234,20 €
Umsatz im Jahr
268
gesammelte Punkte
2
Packungen gratis
3,5 %
Kosten vom Umsatz
BestellungenInhaltPunkte je BestellungPunkte zusammen
16eine Packung für 12,90 €12192
1eine Packung und ein Probierset für 14,90 €12 + 14 + 50 = 7676
17im Jahr268

Mit 268 Punkten löst der Kunde zweimal die Packung nach Wahl ein, für zusammen 240 Punkte. Mira kosten zwei Packungen in der Herstellung 8,20 Euro, 3,5 Prozent vom Jahresumsatz. Die Stempelkarte gibt damit mehr als ein Prozent Rabatt, und sie wirkt dort, wo Kaffee gekauft wird: bei der nächsten Packung.

Was du dafür einstellst

Die Einstellungen der drei Shops nebeneinander

Alle drei lassen die Sammelrate beim Standard. Was ihre Programme unterscheidet, steht in den Prämien, den Boostern und bei Tim in der Freigabefrist.

EinstellungStandardKosmetikModeKaffee
Punkte je 1,00 Umsatz1111
Mindestalter in Tagen14143014
BerechnungsgrundlageTatsächlich bezahlter BetragStandardStandardStandard
Punkte-Hinweis auf Produktkacheln in Listenaktivaktivaktivaktiv
PrämienkeineReisegrößen-Set 150, Pflegeset 350Socken 250, mit VariantenPackung nach Wahl 120
BoosterkeineNachfüllbeutel × 2, dauerhaftHerbstkollektion × 1,5, SeptemberProbierset + 50, dauerhaft

So findest du sie in den Einstellungen (Bonuspunkte-Menü links unter System → Einstellungen):

  1. 1Karte Punkte sammeln → Punkte je 1,00 Umsatz

  2. 2Karte Punkte-Freigabe → Mindestalter in Tagen

  3. 3Karte Punkte sammeln → Berechnungsgrundlage

  4. 4Karte Storefront-Hinweise: Produkt & Liste → Punkte-Hinweis auf Produktkacheln in Listen

Prämien legst du unter Kunden → Bonuspunkte → Prämien an, Booster unter Kunden → Bonuspunkte → Booster. Beide stehen nicht in der Konfiguration.

Alles im Handbuch nachlesen →

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu diesem Thema

Welche Sammelrate passt zu meiner Branche?

Meist der Standard: ein Punkt je Euro und 100 Punkte für einen Euro Rabatt. Ob Kosmetik, Mode oder Kaffee, den Unterschied machen Prämien, Booster und die Freigabefrist. Eine höhere Sammelrate verteuert jede Bestellung; eine großzügige Prämie kostet nur dann etwas, wenn jemand sie einlöst.

Kann eine Prämie in mehreren Größen angeboten werden?

Ja. Hinterlegst du als Prämie ein Produkt mit Varianten, wählt der Kunde die Variante im Warenkorb selbst. Wählst du eine bestimmte Variante, ist sie fest vorgegeben.

Wie baue ich eine digitale Stempelkarte?

Mit einer Prämie, deren Punktekosten genau zehn Käufe ergeben: Bringt eine Packung 12 Punkte, kostet die Gratispackung 120. Den Fortschritt zeigt die Bonuspunkte-Seite im Kundenkonto, etwa „Noch 36 Bonuspunkte bis zur nächsten Prämie.“

Geht eine Stempelkarte auch mit einem Ziel?

Ein wiederholbares Ziel zahlt bei jedem Vielfachen der Schwelle einen Bonus in Punkten. Weil dieser Bonus selbst zu den gesammelten Punkten zählt, setzt du ihn deutlich unter die Schwelle. Für „jede elfte Packung gratis“ passt deshalb die Prämie, für einen Bonus alle 1.000 gesammelten Punkte das Ziel.

Was passiert mit den Punkten bei einer Teilretoure?

Wird die ganze Bestellung storniert, bucht das Plugin die Punkte selbst zurück. Geht nur ein Teil zurück, ändert sich der Bestellstatus nicht; die Differenz buchst du als manuelle Buchung mit einem Grund, den der Kunde im Punkteverlauf sieht. Eine längere Freigabefrist sorgt dafür, dass bis dahin nichts eingelöst ist.

Kann ich nur für bestimmte Produkte mehr Punkte geben?

Ja, mit einem Booster und einem Produkt-Geltungsbereich. Er wirkt nur auf Positionen aus der gewählten dynamischen Produktgruppe, als Multiplikator oder als Festbonus je Position, auf Wunsch nur in einem Zeitraum.

Treueprogramm im eigenen Shop ausprobieren

Das Plugin ist im Shopware Store kostenlos installierbar. Nach der Installation läuft das Programm sofort, mit Werten, die für die meisten Shops passen.